Ich habe nicht alle Antworten.
Aber ich habe aufgehört, vor den wichtigen Fragen wegzulaufen.
Ich bin Özden, 45, Familienvater und der Mensch hinter HalfTimeUp. Hier schreibe ich nicht als Coach oder Guru, sondern als jemand, der selbst herausfinden möchte, wie eine bewusste zweite Lebenshälfte aussehen kann.
Schön, dass du hier bist.
Lange hatte mein Leben einen klaren Plan.
Arbeiten. Mich weiterbilden. Verantwortung übernehmen. Meine Familie absichern. Und irgendwann leben.
Mehr als 20 Jahre war ich in der Industrie tätig – von der Arbeit an Maschinen bis zur Projektleitung. Ich lernte viel, kam beruflich voran und erreichte einiges von dem, was ich mir früher vorgenommen hatte.
Diese Jahre waren nicht falsch. Sie haben mich geprägt und mir viel über Verantwortung, Menschen und Durchhalten beigebracht. Nur eine Frage stellte ich mir lange nicht wirklich:
Will ich das eigentlich noch?
Mein Plan hatte funktioniert. Genau das machte die Sache kompliziert. Von außen war vieles gut. Trotzdem merkte ich, dass Funktionieren und wirklich leben nicht dasselbe sind.
Dann wurde aus „irgendwann“ eine ernste Frage.
Mit 40 erkrankte ich schwer an Corona und lag ungefähr zwei Wochen auf der Intensivstation. Später sagten mir die Ärzte, dass wenige Stunden wahrscheinlich einen entscheidenden Unterschied gemacht hätten.
Ich kann dir nicht erzählen, dass ich danach erleuchtet aus dem Krankenhaus kam und sofort mein ganzes Leben veränderte. So funktioniert das echte Leben nicht.
Zuerst war ich dankbar, überhaupt wieder da zu sein. Doch etwas hatte sich verschoben: Ich wollte nicht länger darauf warten, mein Leben irgendwann zu leben.
Dieser Moment hat mir gezeigt, wie schnell sich alles verändern kann – und wie lange ich wichtige Fragen aufgeschoben hatte.
Auch ein Weckruf erledigt die Veränderung nicht für dich.
Der Alltag kam zurück. Arbeit, Termine, Pflichten und alte Gewohnheiten waren wieder da. Das finde ich heute fast unglaublich: Selbst nach einem solchen Erlebnis kann das Leben wieder so normal werden, dass man erneut beginnt, Dinge aufzuschieben.
Nach mehr als 20 Jahren verließ ich meinen Job. Wir nahmen uns als Familie mehrere Monate Zeit und reisten mit unserem Van durch die Türkei. Später suchte ich wieder eine vertraute berufliche Richtung – und bemerkte, dass meine alten Muster einfach mitgefahren waren.
Ein neuer Ort oder ein neuer Arbeitgeber beantwortet nicht automatisch eine innere Frage. Ich musste aufhören, mein gesamtes Leben auf einmal lösen zu wollen. Heute helfen mir kleinere Fragen mehr: Was möchte ich besser verstehen? Was kann ich ausprobieren? Welcher nächste Schritt ist wirklich machbar?
Darum gibt es HalfTimeUp.
HalfTimeUp entstand nicht, weil ich plötzlich alle Antworten hatte. Eher im Gegenteil. Ich begann zu schreiben, um meine Gedanken zu sortieren – und weil ich merkte, dass viele Männer ähnliche Fragen mit sich herumtragen.
Ich teile, was ich selbst erlebe, ausprobiere und langsam besser verstehe.
Veränderung muss nicht mit einer radikalen Entscheidung beginnen.
Auch Zweifel, Umwege und unfertige Antworten dürfen Teil der Geschichte sein.
Du wirst hier nicht bewertet oder belehrt. Vielleicht erkennst du dich einfach wieder.
Meine zweite Halbzeit ist noch nicht fertig geschrieben.
Und genau das gefällt mir inzwischen. Vielleicht musst auch du heute nicht wissen, wie deine nächsten zwanzig Jahre aussehen. Vielleicht reicht zuerst der ehrliche Gedanke: Ich möchte herausfinden, was noch möglich ist.
Genau da bin ich auch.
