Ich dachte lange, ich müsste nur genug arbeiten, lernen und durchhalten. Dann hat mir das Leben ziemlich deutlich gezeigt, dass „irgendwann“ kein besonders guter Plan ist.
Hey, ich bin Özden.
Ich bin 45, Familienvater und habe mehr als 20 Jahre Industrieerfahrung – von der Arbeit an Maschinen bis zur Projektleitung.
Wenn du mir vor zehn Jahren gesagt hättest, dass ich einmal einen Blog über die zweite Lebenshälfte schreiben würde, hätte ich wahrscheinlich gefragt: „Warum sollte ich das machen?“
Mein Leben hatte schließlich einen Plan: arbeiten, mich weiterbilden, beruflich vorankommen, mehr Verantwortung übernehmen, gut verdienen und meine Familie absichern.
Und irgendwann leben.
Das klingt im Rückblick etwas bescheuert. Damals fühlte es sich aber vollkommen logisch an. Ich dachte nicht: „Ich verschiebe mein Leben.“ Ich dachte: „Ich kümmere mich zuerst um alles, was wichtig ist.“
Vielleicht kennst du das. Und plötzlich sind zehn oder zwanzig Jahre vergangen.
Mein Plan hat funktioniert – genau das machte es kompliziert
Ich habe viele Jahre gearbeitet und mich gleichzeitig weitergebildet. Ich wollte beruflich weiterkommen, Sicherheit schaffen und meiner Familie etwas bieten können.
Vieles davon habe ich erreicht. Ich wurde Projektleiter, betreute Kunden und technische Projekte und trug Verantwortung. Von außen betrachtet war das ziemlich genau das Leben, das ich mir früher vorgestellt hatte.
Ich möchte diese Jahre nicht schlechtreden. Meine erste Halbzeit war nicht falsch. Sie hat mich viel über Arbeit, Menschen, Verantwortung und Durchhalten gelehrt.
Und wahrscheinlich auch darüber, wie lange man funktionieren kann, ohne sich ernsthaft zu fragen:
Will ich das eigentlich noch?
Irgendwann bemerkte ich: Ich hatte mein Ziel nicht verfehlt. Ich hatte es erreicht. Nur fühlte es sich nicht mehr so an, wie ich erwartet hatte.
Dann kam ein Weckruf, den ich niemandem wünsche
Ein Buch, das mir in der dunkelsten Phase neuen Sinn gegeben hat und das ich selbst gelesen habe, ist „… trotzdem Ja zum Leben sagen“ von Viktor E. Frankl (gibt es hier als Buch auf Amazon).
🎧 Tipp für unterwegs: Wenn du wie ich im Alltag wenig Zeit zum stundenlangen Lesen hast: Du kannst es dir auch ganz entspannt beim Autofahren oder Spazieren als Hörbuch bei Audible anhören (Tipp: Im 30-tägigen Audible-Probemonat oft komplett kostenlos für 0 €).
Mit 40 bin ich schwer an Corona erkrankt. So schwer, dass ich ungefähr zwei Wochen auf der Intensivstation lag.
Später sagten mir die Ärzte, dass ein paar Stunden wahrscheinlich einen entscheidenden Unterschied gemacht hätten. Wäre ich später ins Krankenhaus gekommen, wäre ich möglicherweise nicht mehr hier.
Ein paar Stunden.
So ein Satz bleibt hängen. Aus „Irgendwann mache ich das“ wird plötzlich eine ganz andere Frage:
Was, wenn dieses Irgendwann gar nicht kommt?
Ich kann dir nicht erzählen, dass ich danach erleuchtet aus dem Krankenhaus spaziert bin und sofort mein komplettes Leben verändert habe. So funktioniert das echte Leben nicht.
Zuerst war ich froh, überhaupt wieder da zu sein. Aber etwas hatte sich verschoben. Ich dachte stärker darüber nach, wie ich leben möchte: mehr Zeit mit meiner Familie, mehr erleben, weniger aufschieben.
Ich wollte nicht mehr darauf warten, mein Leben irgendwann zu leben. Ich wollte wieder merken, dass ich überhaupt lebe.
Ein Weckruf verändert dein Leben nicht automatisch. Irgendwann musst du anfangen, darauf zu reagieren.

Der Alltag kam zurück
Arbeit, Termine, Pflichten und Gewohnheiten waren irgendwann wieder da.
Das finde ich heute fast unglaublich: Selbst wenn du beinahe stirbst, kann der Alltag wieder so normal werden, dass du erneut beginnst, Dinge auf später zu verschieben.
Genau so war es bei mir. Der Weckruf war noch da, aber er wurde leiser. Bis die Frage zurückkam: „Will ich wirklich genauso weitermachen?“
Nach mehr als 20 Jahren verließ ich meinen Job
Das war für mich riesig.
Ich hatte keinen perfekten Masterplan. Ich wusste nur, dass ich Abstand brauchte.
Wir nahmen uns als Familie mehrere Monate Zeit und waren mit unserem Van in der Türkei unterwegs. Verschiedene Orte, neue Eindrücke und gemeinsame Zeit – vor allem aber Tage, die sich nicht ständig nach der Uhr anfühlten.
Keine Meetings. Keine nächste Aufgabe. Kein Gedanke: „Noch schnell diese Mail.“
Wir waren einfach unterwegs. Als Familie.
Ich merkte, dass sich Leben vollkommen anders anfühlen kann. Nicht unbedingt spektakulärer, aber präsenter.

Danach fiel ich in mein altes Muster zurück
Nach der Reise suchte ich wieder einen Job: eine ähnliche Funktion, ein bekanntes Umfeld, etwas, das ich beherrschte.
Eigentlich logisch. Dort hatte ich Erfahrung. Dort wusste ich, was von mir erwartet wurde.
Sicherheit.
Schon wieder dieses Wort.
Nach einiger Zeit war das alte Gefühl wieder da. Nicht weil die neue Firma automatisch schlecht war. Und auch nicht, weil alle meine früheren Entscheidungen falsch gewesen wären.
Ich verstand langsam etwas anderes: Ich hatte versucht, eine innere Frage mit einer äußeren Veränderung zu beantworten.
Neuer Arbeitgeber. Neue Umgebung. Andere Firma. Aber derselbe Özden – mit denselben Gedanken, Ängsten und Vorstellungen davon, was man vernünftigerweise tun sollte.
Meine alten Muster waren offenbar einfach hinten im Van mitgefahren.
Meine wichtigste Frage hat sich verändert
Früher fragte ich mich: „Wie kann ich beruflich erfolgreicher werden?“
Heute frage ich eher: „Wie möchte ich eigentlich leben?“
Die zweite Frage ist schwieriger. Beruflichen Erfolg kannst du messen: Lohn, Titel, Position oder Abschluss.
Aber wie misst du Zeit mit deiner Familie? Freiheit? Gesundheit? Sinn? Oder das Gefühl, morgens gerne aufzustehen und etwas zu tun, das wirklich zu dir passt?
Ich habe viele Bücher über Erfolg, Ziele und persönliche Entwicklung gelesen. Vieles davon hat mir geholfen. Heute will ich aber nicht nur mehr erreichen. Ich möchte besser verstehen, was für mich überhaupt noch wert ist, erreicht zu werden.
Mein größter Gegner war oft mein eigener Kopf
Ich hätte dir gerne geschrieben: „Und dann wusste ich endlich genau, was ich tun muss.“
Leider nein.
Ich hatte Ideen. Ich dachte nach, analysierte, recherchierte, begann Dinge und zweifelte wieder.
Irgendwann wurde mir unangenehm klar: Nicht immer war meine Situation das größte Hindernis. Oft war es mein eigener Kopf.
Da waren die Angst vor einer falschen Entscheidung, vor finanziellem Risiko, vor verlorener Zeit und davor, nicht gut genug zu sein.
Auf der einen Seite stand die Frage: „Was, wenn es nicht funktioniert?“ Auf der anderen: „Was, wenn ich nichts mache und es später bereue?“
Wenn du diesen inneren Streit kennst, findest du hier meinen Beitrag über Angst vor Veränderung ab 40.
Ich musste aufhören, mein ganzes Leben auf einmal lösen zu wollen
Lange suchte ich nach der einen richtigen Antwort: Welcher Beruf? Welches Business? Welche Richtung? Wie verdiene ich künftig mein Geld? Was ist mein Sinn?
Alles möglichst bis Freitag, danke.
Heute glaube ich nicht mehr, dass Veränderung mit einer gigantischen Entscheidung beginnen muss. Oft ist eine kleinere Frage hilfreicher:
- Was kann ich heute ein wenig besser verstehen?
- Was kann ich ausprobieren?
- Mit wem kann ich sprechen?
- Welchen kleinen Schritt kann ich diese Woche tatsächlich gehen?
Das klingt weniger spektakulär. Aber wenigstens bewegt sich etwas.

Warum ich HalfTimeUp gestartet habe
HalfTimeUp entstand nicht, weil ich plötzlich alle Antworten hatte. Eher im Gegenteil.
Ich begann zu schreiben, weil ich meine Gedanken sortieren wollte: Was ist mir heute wichtig? Welche Ängste sind berechtigt und welche sind Kopfkino? Was möchte ich aus meiner ersten Halbzeit mitnehmen? Und was möchte ich nicht weitere zwanzig Jahre genauso machen?
Beim Schreiben wurde mir klar, dass ich mit diesen Fragen wahrscheinlich nicht allein bin.
Vielleicht sitzt irgendwo ein Mann Anfang oder Mitte 40 auf seinem Sofa und denkt:
- „Eigentlich habe ich doch alles. Warum bin ich trotzdem unzufrieden?“
- „Ich weiß, dass sich etwas ändern muss. Aber ich habe keine Ahnung, was.“
- „Eigentlich weiß ich es. Aber ich traue mich nicht.“
Genau für diesen Mann ist HalfTimeUp. Vielleicht für dich.
Was du von mir bekommst – und was nicht
Ich bin kein Guru und habe das Leben nicht entschlüsselt.
Ich werde dir nicht erzählen: „Kündige deinen Job und folge einfach deinem Herzen.“ Meine Familie bezahlt ihre Rechnungen ebenfalls nicht mit positiven Affirmationen.
Du bekommst hier keine perfekte Erfolgsgeschichte. Du bekommst jemanden, der selbst mittendrin ist.
Ich erzähle, was ich ausprobiere, was funktioniert, wo ich falsch lag und welche Bücher oder Methoden mir geholfen haben. Nicht als Patentlösung, sondern als ehrlichen Erfahrungsbericht.
Wenn du nach fünf Schritten suchst, die dein Leben garantiert perfekt machen, bin ich wahrscheinlich der Falsche.
Wenn du dagegen jemanden suchst, der sagt: „Ich kenne dieses Gefühl. Lass uns ehrlich hinschauen“, dann bist du hier richtig.
Wo stehst du gerade?
Je nachdem, was dich im Moment beschäftigt, kannst du hier beginnen:
- Dein Leben funktioniert, aber etwas fehlt: Warum du trotz Familie, Job und Sicherheit unzufrieden sein kannst
- Du weißt nicht, wohin: Fünf Fragen, die dir mehr Klarheit bringen
- Du weißt ungefähr, was du willst, traust dich aber nicht: Sieben Gründe für deine Angst vor Veränderung
- Du möchtest wissen, was ich rückblickend anders machen würde: Neun Dinge für einen bewussteren Neuanfang mit 40
Später hat mich auch What’s Your Dream? von Simon Squibb darin bestärkt, Wünschen mehr Raum zu geben.
*Affiliate-Link: Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.
Fazit: Meine zweite Halbzeit ist noch nicht fertig geschrieben
Und genau das gefällt mir inzwischen.
Ich möchte weiterhin Sicherheit, aber nicht mehr um jeden Preis. Ich möchte mehr gestalten, ausprobieren und Zeit mit Menschen verbringen, die mir wichtig sind. Ich möchte Dinge tun, die für mich Bedeutung haben.
Vielleicht verändert sich diese Vorstellung wieder. Wahrscheinlich sogar.
Aber heute weiß ich eines: Ich möchte nicht mehr darauf warten, dass mein Leben irgendwann anfängt.
Meine erste Halbzeit hat mich hierhergebracht. Ich bin dankbar dafür. Die zweite möchte ich bewusster spielen.
Nicht perfekt. Nicht angstfrei. Nicht jeden Tag voller Motivation.
Nur ein bisschen bewusster als gestern.
Vielleicht ein Prozent.
Und morgen wieder.
Willkommen bei HalfTimeUp
Vielleicht liest du meine Geschichte und erkennst dich an irgendeiner Stelle wieder. Dann musst du heute keine Entscheidung über die nächsten zwanzig Jahre treffen.
Finde zuerst heraus, wo du gerade stehst. Genau dabei soll dich später auch der Halbzeit-Test unterstützen.
Vielleicht beginnt deine zweite Halbzeit nicht mit einem großen Knall, sondern mit einem einfachen Gedanken:
Ich möchte herausfinden, was noch möglich ist.
Genau da bin ich auch.
Willkommen bei HalfTimeUp.
Özden
🧭 Wo stehst du gerade in deiner zweiten Halbzeit?
Finde in 3 Minuten heraus, welches Muster dich aktuell am meisten blockiert und was dein wichtigster nächster Schritt für mehr Klarheit ist.









